Simon
28. August 2025
Diese Bewertung basiert auf persönlichen Erfahrungen während einer Ausbildung in der Praxis. Das Arbeitsumfeld war durch einen häufig lauten und scharfen Umgangston geprägt, wodurch eine angespannte Arbeitsatmosphäre entstand. Auszubildende wurden regelmäßig vor Kolleginnen und Patienten kritisiert. Mehrfach kam es zu körperlichem Kontakt, zum Beispiel Schlägen auf die Hände, wenn Materialien nicht schnell genug vorbereitet wurden, sowie zu Tritten unter dem Behandlungsstuhl während Behandlungen. Wiederholt wurden Kommentare über Aussehen und Gewicht gemacht, darunter Aussagen, die Zweifel an der gesundheitlichen Verfassung ausdrückten und zu Essenszwang führten. Erkrankungen oder gesundheitliche Beschwerden wurden nicht berücksichtigt; es bestand wiederholt die Aufforderung, trotz Krankschreibung zur Arbeit zu erscheinen. Teilweise wurden Auszubildende krank eingesetzt, um körperlich anstrengende Aufgaben wie Schneeräumen zu erledigen. Zu den alltäglichen Abläufen gehörten Kommentare wie: „Sie sind zu nichts zu gebrauchen“, „Sie werden diese Ausbildung niemals abschließen“, „Wie dumm sind Sie eigentlich?“, „Sind Sie so blöd oder stellen Sie sich nur an?“ und ähnliche herabsetzende Äußerungen. Diese Kommentare wurden regelmäßig vor anderen Teammitgliedern oder Patienten ausgesprochen. Es gab mehrere Situationen, in denen Auszubildende durch psychischen Druck und ständige Kritik stark belastet wurden. Die emotionale Anspannung war so hoch, dass der Weg zur Arbeit und nach Hause regelmäßig von Tränen begleitet war. Kolleginnen und andere Mitarbeitende nahmen diese Situationen wahr, jedoch wurde das Verhalten innerhalb des Teams toleriert. Eine konstruktive Kommunikation über Probleme oder Konflikte war nicht möglich. Auch im Bereich Hygiene gab es Auffälligkeiten. Mehrere Abläufe und Zustände entsprachen nicht den allgemein bekannten Standards für Zahnarztpraxen, was Bedenken hinsichtlich der Patientensicherheit weckte. Dazu gehörten zum Beispiel wiederholt sichtbare Verschmutzungen an Geräten oder Oberflächen sowie fehlende Kontrollen bestimmter Arbeitsschritte. Diese Erfahrungen führten letztlich zum Abbruch der Ausbildung nach einem halben Jahr. Die hier geschilderten Eindrücke sollen eine Hilfestellung für zukünftige Auszubildende und Patienten sein, sich im Vorfeld über den Arbeitsplatz und die Praxis zu informieren.