Jenny Kallies
30. May 2026
Ich bin mit dieser Praxis leider äußerst unzufrieden. Seit Samstag (23.05.2026, genau eine Woche her) litt ich unter Fieber, Schüttelfrost, starken Gliederschmerzen sowie einem massiv geröteten und schmerzhaften Hals. Da das MVZ Bernau am Dienstag geschlossen war, musste ich die Partnerpraxis in Lobetal aufsuchen. Dort wurde nur kurz in meinen Hals geschaut. Obwohl ich wegen meiner Beschwerden einen Streptokokken-Abstrich ansprach, wurde dies abgelehnt. Meine Beschwerden wurden nicht ernst genommen. Stattdessen wurde mir lediglich empfohlen, Paracetamol einzunehmen. Für Antibiotikum wäre die Erkrankung nicht zu schwerwiegend. Wie gesagt, ein Abstrich wurde aber leider nicht vorgenommen! In der Nacht darauf kamen starke Ohrenschmerzen und erheblicher Schwindel hinzu. Deshalb suchte ich am Mittwoch das MVZ Bernau auf (meine eigentliche Hausarztpraxis). Zunächst wurde mir am Empfang erklärt (sehr unfreundlich), dass man mich aufgrund meines Besuchs in Lobetal am Vortag aus abrechnungstechnischen Gründen nicht behandeln könne. Erst nach längerer Diskussion wurde ich doch angenommen, da ich nun einmal starken Schwindel und Ohrenschmerzen hatte. Auch bei der Untersuchung durch meinen behandelnden Hausarztes hatte ich nicht das Gefühl, dass meine Beschwerden ausreichend ernst genommen wurden. Mein Ohr wurde nur kurz betrachtet und als leicht gerötet eingestuft. Trotz meiner Schilderung der starken Schmerzen und des Schwindels wurde erneut kein Streptokokken-Test durchgeführt. Ich erhielt ein Rezept für antibiotische Ohrentropfen, die sich in der Apotheke sogar als Augentropfen statt Ohrentropfen herausstellten. Zusätzlich bekam ich eine normale Überweisung zum HNO-Arzt (immerhin wollte er sich hier vielleicht doch etwas absichern). Da ich weiterhin erhebliche Beschwerden hatte, führte ich selbst einen Streptokokken-Schnelltest durch, der positiv ausfiel. Glücklicherweise erhielt ich noch am selben Tag einen Termin bei einer HNO-Praxis in Bernau. Dort wurde ich gründlich untersucht. Der HNO-Arzt diagnostizierte eine fortgeschrittene Angina sowie eine schwere Mittelohrentzündung. Nach seiner Einschätzung war die Erkrankung bereits weit fortgeschritten. Es wurde sofort ein Trommelfellschnitt durchgeführt und eine Behandlung mit Antibiotika sowie Cortison eingeleitet. Nach Aussage des HNO Arztes hätte eine weitere Verzögerung der Behandlung sogar zu bleibenden Hörschäden führen können. Mein Eindruck ist, dass meine Beschwerden sowohl in der Partnerpraxis als auch im MVZ Bernau nicht ausreichend ernst genommen wurden. Die spätere Diagnose durch den HNO-Arzt stand in deutlichem Gegensatz zu den vorherigen Einschätzungen. Für mich war diese Erfahrung sehr enttäuschend und hat mein Vertrauen in die hausärztliche Versorgung dort erheblich beeinträchtigt. Dies werde ich ebenfalls der Ärztekammer schildern, da ich dieses Verhalten nicht dulden kann und als sehr verantwortungslos empfinde.